Die Grenzgänger: Revolution

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Das zehnte Album: Die Revolution von 1918 und ihre Lieder-

Die Grenzgänger: Revolution
Die Grenzgänger: Revolution

 

Die Titel (anklicken zum Hören)

  1. Die Revolution
    Text: Ferdinand Freiligrath, 1851 ·  Wenige Jahre nach der verlorenen Revolution von 1848/49 schrieb Freiligrath im Londoner Exil diese Ode an die Kraft der Freiheit, die sich auf Dauer nicht unterdrücken lässt,
    er zieht die Linie von der babylonischen Gefangenschaft bis weit in unsere Zukunft. Das Lied der Revolution: “Ich war, ich bin, ich werde sein”! Musik und Textbearbeitung: Michael Zachcial
  2. Brot Kartoffeln Kohle her
    Text: Fritz Gumbel · Musik: „Das rote Sprachrohr“ –
    Das rote Sprachrohr“ war ein kommunistisches Künstlerkollektiv, das sich über Anfänge im Berliner Wedding Mitte der 1920er Jahre zu einer der wichtigsten Agit-PropTruppen jener Jahre entwickelte und ab 1932 trotz Verbots monatelang Tag für Tag auf Tournee war und vielfach auf Massenveranstaltungen auftrat.
  3. In der Heimat ist es schön
    Text: Verfasser unbekannt. Der ursprüngliche sentimentale Text, den Karl Krebs 1830 schrieb, wurde angesichts unhaltbarer Wohnverhältnisse und einer Kindersterblichkeit von 50% im ersten Lebensjahr von der Arbeiterbewegung vielfach umgedichtet. Musik: Johannes Andreas Zöllner (um 1840)
  4. Max Hoelz ist wieder ja
    Text: Erich Mühsam, in der Festung Niederschönenfeld im April 1920 / Musik: Auf die Melodie von „Frisch auf ihr Tiroler wir müssen ins Feld“ aus deren Kampf gegen Napoleon von 1809 mit dem Refrain: „Hurra die Tiroler die sind da“.
  5. Wir sind jung die Welt ist offen
    Text: Emil Sonnemann (1914), Musik: vermutlich Hermann Böse
    Beide Verfasser waren Bremer Lehrer und Sozialdemokraten und kamen aus
    Arbeiterfamilien. Sonnemann schrieb den Text unter dem Pseudonym Jürgen Brand, Hermann Böse war
    im Februar 1919 während der Bremer Räterepublik im Rat der Volksbeauftragten und setzte sich für Schülermitbestimmung und die Ersetzung des Religions- durch einen Ethikunterricht ein.
  6. Vom Baume der Großstadt
    Text: Von Adolf Spahn mit eigener Melodie als „Welkende Blätter – Bilder aus dem Großstadtleben“ bereits vor dem Ersten Weltkrieg veröffentlicht. Das Lied, dass die grosse Kluft zwischen Arm und Reich besingt, war auch in den 1920er Jahren populär. Musik: Michael Zachcial
  7. Auf junger Tambour schlag ein
    Text und Musik: Umdichtung eines älteren Soldatenliedes aus dem deutsch-französischen Krieg von
    1870/71 Verfasser unbekannt
    Die Orgesch ging aus den gegen die Münchener Räterepublik gerichteten bürgerlichen Einwohnerwehren hervor, angeregt von SPD-Minister Gustav Noske und finanziert vom bayrischen Landtag. Gegründet im Mai 1920 dehnte sie sich kurz darauf auf ganz Deutschland aus. Auf dem Höhepunkt ihres Einflusses hatte die extrem rechtsorientierte und republikfeindliche Organisation etwa eine Million Mitglieder und zählte damit zu den einflussreichsten paramilitärischen Verbänden der 1920er-Jahre.
  8. Im Januar um Mitternacht (Büxensteinlied)
    Text: Richard Schulz, Redakteur der „Roten Fahne“ Ende Januar 1919 / Musik: auf die Melodie von „Argonnerwald um Mitternacht“, ein Soldatenlied aus dem Ersten Weltkrieg
    „Büxenstein“ war neben „Vorwärts“, „Ullstein“, „Mosse“ und „Scherl“ eins von fünf Verlagsgebäuden, die im
    Zuge des Berliner Generalstreiks vom 6. Januar 1919 von revolutionären Arbeitern besetzt wurden. Die Regierung antwortete mit schwerer Artillerie, am 11. Januar fiel das Vorwärts-Gebäude, auch um das Wolffsche-Telegrafenbüro und den Büxensteinverlag wurde gekämpft. Drei Tage später wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Die getöteten Arbeiter durften nicht in Berlin beigesetzt werden, so wich man nach Friedrichsfelde im Osten des Arbeiterbezirks Lichtenberg aus.
  9. Vögel der Freiheit
    Text: aus dem „Schwalbenbuch“ von Ernst Toller. Es wird aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt und erscheint, obwohl die Gefängnisleitung dies zu verhindern suchte. Der Schriftsteller Ernst Toller war Aktivist der Münchener Räterepublik, wurde nach derem Niederschlagung im Juni 1919 verhaftet und einen Monat später zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Damit entging er nur knapp einer drohenden Todesstrafe.
    Musik: Michael Zachcial / Felix Kroll
  10. In Erwägung
    Text: Bertolt Brecht, 1934, für das Theaterstück: Die Tage der Commune · Musik: Hanns Eisler
  11. Wem ham se de Krone jeklaut
    Text: Verfasser unbekannt, Gassenhauer aus der Revolutionszeit 1918/19, vom ganzen Gestus her ein Kinder- bzw. Jugendlied – Musik: ursprünglich die Melodie eines Egerländer Bauernwalzers
  12. Barkenhofflied
    Text und Musik: Helmut Schinkel
    Das Lied entstand im ehemaligen Wohnhaus des Worpsweder Malers Heinrich Vogeler, der nach der Niederschlagung der Bremer Räterepublik sein Haus der „Roten Hilfe“ als Kinderheim zur Verfügung stellte. Erstmals veröffentlicht wurde es 1926 in der Zeitschrift für Arbeiterkinder “Die Trommel„. Im Worpsweder Barkenhoff waren viele Kinder untergebracht, deren Eltern während der Revolution und nach dem Kapp-Putsch vom März 1920 im Gefängnis saßen oder von Freikorps ermordet worden waren.
  13. Jiddisches Sozialistenlied
    Text: Khayim Miller (Pseudonyme: Chaim Aleksandrov oder M. Sorerives, 20. August 1869 – 24. Juni 1909). Sein Gedicht „Brider, mir hobn geslosn …“ (Brüder, wir haben geschmiedet …) wurde in den revolutionären Jahren am Vorabend des Jahres 1905 sehr bekannt; es wurde als Volkslied gesungen. Das Lied wurde als „Kampflied des jüdischen Proletariats“ auch in Deutschland populär und steht in deutscher Übertragung
    in etlichen Arbeiter-Liederbüchern um 1920. Auch im Spanischen Bürgerkrieg wurde es in den Internationalen Brigaden gesungen. Musik: Melodie eines unbekannten russischen Volksliedes
  14. Arbeiter-Hymne
    Text: Verfasser unbekannt, ein Arbeiter aus Braunschweig, in: Sozialdemokratisches Liederbuch (1896) Musik: seit 1745 in England bekannt, Verfasser unklar, später “Heil dir im Siegerkranz”
  15. Die Schmiede im Walde
    Die ursprüngliche Komposition von Peter H. Ortmann wurde 1934 durch die Gestapo vernichtet. Ortmann schrieb vor allem Chorwerke, u. a. für die anarchistische „Freie Sängergemeinschaft“ Düsseldorf, die
    er ab 1919 leitete. Der Original-Text hat noch eine vierte Strophe, die wir nicht unterschlagen wollen:
    Und sieh – der Gott des Krieges ist verschwunden / Wie Sturm und Wetter braust es durch
    den Hain / Dann wird es still, und langsam flieh‘n die Stunden / Die Glut verlischt, die Schmiede schlafen ein / Der Meister nur, der Ruh‘ nicht finden konnte /blickt nach dem Horizonte / Und, wie ein Seher, lächelnden Gesichts / Grüßt er das erste Rot des Morgenlichts
    Text: L. Stauffacher – Musik: Michael Zachcial
  16. Es lebt noch eine Flamme
    Text: Otto Erich Hartleben / Weise: Peter H. Ortmann
  17. Gesang der Völker
    Text: Kurt Eisner – Musik: Auf die Melodie „Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten“
    Um das Ende des furchtbaren Weltkriegs 1914-1918 und den Beginn einer neuen Zeit zu feiern, schrieb der erste bayrische Ministerpäsident Kurt Eisner für den 9. November 1918 einen neuen Text für das vierhundert Jahre alte Kriegslied
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