Hölderlin

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Hölderlin war Zeitgenosse der Französischen Revolution. Seine Lyrik wies weit über seine Zeit hinaus. Mit Mitte 30 wurde er für wahnsinnig erklärt. Hanns Eisler vertonte seine Texte ebenso wie Paul Hindemith oder Johannes Brahms.

Schicksalslied – Zornige Sehnsucht – Hymne an die Freiheit – An die klugen Ratgeber – So kam ich unter die Deutschen – Lebenslauf – Die Ehrsucht – Blödigkeit – Hälfte des Lebens – Schwabenmädchen – Abendphantasie – Rousseau – Der Wanderer – Aussicht (Das letzte Gedicht im Turm)

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Hölderlins Gedichte feiern in den Jahren nach der französischen Revolution die Freiheit als Bedingung allen Lebens. Wortgewaltig und mit feiner Feder die Höhen und Tiefen des Lebens auskostend, schrieb Hölderlin in einer bis heute modernen Sprache vom Leiden an der „Bleiernen Zeit“, die alles Lebendige erstarren lässt, von der Sehnsucht nach Liebe und Schönheit und der Gewissheit, dass der Mensch von Natur aus gut ist.

Kongenial verwandeln die Grenzgänger auf ihrem elften Album Hölderlins Verse in Lieder, die die Jahrhunderte seit ihrer Entstehung überbrücken. Zwischen „Zorniger Sehnsucht“, „Blödigkeit“ und „So kam ich unter die Deutschen“ sind die vierzehn ausgewählten Hölderlin-Texte von teilweise erstaunlicher Aktualität, mit einer Musik zwischen Blues und Folkrock, Pop und E-Musik, mit Anklängen an Kurt Weills Dreigroschenoper, Tom Waits, Eisler und Motown.

Pressestimmen:

“Überhaupt ist die musikalische Bandbreite des Albums verblüffend: Die Grenzgänger haben ein Album eingespielt, das den Spagat zwischen Folk und Pop wie einen kleinen, eleganten Tanzschritt wirken lässt. Über die Musik und den ausdrucksstarken Gesang von Michael Zachcial rückt einem der vor 250 Jahren geborene Dichter plötzlich ungewohnt nahe – und wer weiß: vielleicht haben die Grenzgänger Hölderlin in seinem Jubiläumsjahr eine Menge Fans verschafft, die sonst von dem schwäbischen Dichter kaum mehr als den Namen gekannt hätten.”
(Bernhard Jugel, Bayrischer Rundfunk)

“Außerordentlich hörenswert! Song für Song mischen sich neue Einflüsse in die Folk-Grundstimmung und zugleich in Hölderlins Sprache. Das große Verdienst dieser Platte ist der Balanceakt zwischen ehrlichem Interesse an der Geschichtlichkeit dieser mehr als 200 Jahre alten Dichtung und ihrer Bedeutung fürs Hier und Jetzt. ” (Jan-Paul Koopmann, taz)

“Einen hervorragenden Zugang zu seinem Werk schafft die Gruppe „Grenzgänger“ mit ihrem neuen Album “Hölderlin”.” (CW, Rote Fahne)

Für die Studioproduktion um Schlagzeug und Bass, Saxophon und E-Gitarren, Geige und Mundharmonika erweitert, präsentiert das Bremer Quartett um Michael Zachcial erneut ein außergewöhnliches Album zwischen Anspruch und Ohrwurmqualität.

Die Titel: Hymne an die Freiheit / Schicksalslied / So kam ich unter die Deutschen / Zornige Sehnsucht / Blödigkeit / Die Ehrsucht / Lebenslauf / Hälfte des Lebens / Rousseau / Abendphantasie / Der Wanderer / An die Klugen Ratgeber / Schwabens Mädchen / Aussicht /

Warum Hölderlin?

Wie abgeschnitten scheinen uns heute die Jahre vor dem Aufstieg Hitlers, als wäre mit der Schuld am Furchtbarsten aller Verbrechen gleichsam ein Urteil über alle gefällt, die jemals von einem anderen Deutschland zu träumen wagten. Vielen Flüchtlingen und Opfern des NS-Staates aber galt der 1770 geborene Friedrich Hölderlin als die Stimme eines besseren Deutschlands, an dem sie auch unter widrigsten Bedingungen festhielten: Paul Hindemith vertont Gedichte Hölderlins gleich nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, Hanns Eisler schrieb die Musik zu „Die Heimat“ und „An die Hoffnung“ und weiteren Texten im Hollywooder Exil 1942/43 und der jüdische Komponist Viktor Ullmann komponierte noch 1943 in Theresienstadt Hölderlin-Lieder.

Die Menschenrechte wurden damals fast überall mit Füßen getreten. Erstmals Gesetz wurden sie im August 1789 im Anschluss an die französische Revolution als die „natürlichen, unveräußerlichen und heiligen Rechte des Menschen“. Was aber wissen wir über die, die diese Rechte auch in unserem Land durchsetzen wollten?

Und denen, die sich als die Hüter des Abendlandes aufspielen und dabei ihren Fremdenhass nur schlecht verbergen können, sei Hölderlins „So kam ich unter die Deutschen“ zu Gehör gebracht:

“Es ist auf Erden alles unvollkommen, ist das alte Lied der Deutschen. Wenn doch einmal diesen Gottverlaßnen einer sagte, daß … bei ihnen eigentlich das Leben schal und sorgenschwer und übervoll von kalter stummer Zwietracht ist, weil sie den Genius verschmähn, der Kraft und Adel in ein menschlich Thun, und Heiterkeit ins Leiden und Lieb’ und Brüderschaft den Städten und den Häusern bringt. Und darum fürchten sie auch den Tod so sehr, und leiden, um des Austernlebens willen, alle Schmach, weil Höhers sie nicht kennen, als ihr Machwerk, das sie sich gestoppelt.“

Georg Herwegh über Hölderlin:

“… eine glückliche Hand möge unserer Jugend die Zeugnisse deines Geistes sammeln, daß sie sich von neuem daran erbaue, wenn die dunkle Wolke der Gegenwart drückend über ihrem Haupte lastet! Wir haben soviel Zeit für das Unzeitgemäßeste, und bedenken uns wegen der Minute, die wir einem so himmlischen Genius weihen wollen?”   (Georg Herwegh, 1839)

  1. Schicksalslied
  2. Hymne an die Freiheit
  3. Blödigkeit
  4. Abendphantasie –
  5. Rousseau
  6. Hälfte des Lebens
  7. An die klugen Ratgeber
  8. So kam ich unter die Deutschen
  9. Der Wanderer
  10. Lebenslauf
  11. Zornige Sehnsucht
  12. Die Ehrsucht
  13. Aussicht (Das letzte Gedicht im Turm)
  14. Schwabens Mägdelein

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